Ein Lächeln made in Leipzig

Text: Kerstin Decker | Fotos: Raik Eschrich 

Er ist Weltenbürger mit Wohnsitzen in München, Mailand und Ibiza. Doch für die Korrektur seiner Zahnfehlstellung suchte sich Papis Loveday, gebürtiger Senegalese, einen Ästhetik-Spezialisten in Leipzig. Das bekannteste männliche farbige Topmodel der Welt ließ sich sein schönstes Lächeln im Roßbachpalais

im Leipziger Musikviertel kreieren. Nachdem die Geheimmission zu seiner vollsten Zufriedenheit verlaufen war, stellte er sich dem Gespräch mit Leipzig Exklusiv. 

Bevor er sich im weißen Hemd in den Zahnarztstuhl legte, war ihm mulmig zumute, ja, er hatte regelrecht Angst. Hinterher konnte er befreit lächeln. Damit war das Ziel seiner beiden Aufenthalte in Leipzig erreicht: Papis Loveday, eins der wenigen männlichen Supermodels dieser Welt, hat sich seine Zahnfehlstellung korrigieren und ein wunderschönes Lächeln modellieren lassen. Zur Schönheitskorrektur flog der 37-jährige gebürtige Senegalese zweimal aus München ein. Und obwohl Promis normalerweise den roten Teppich und das Schaulaufen im Blitzlichtgewitter lieben – dies geschah unter strenger Geheimhaltung. Das Team in der Beethovenstraße stand an den beiden Tagen nur für ihn als einzigen Patienten bereit und hatte die Praxis ansonsten geschlossen. Zahnarzt und Ästhetik-Spezialist Jan Kurtz-Hoffmann erstellte das Smile Design, Zahntechnikermeister Andreas Piorreck aus der Karl-Liebknecht-Straße übernahm die zahntechnischen Arbeiten. 

„Ich hatte eine Zahnlücke und recht kleine Zähne“, erzählt der Juror aus „Austria’s next Topmodel“. Als er noch für Armani, Gucci, Dior, John Galliano, Vivienne Westwood und andere Edeldesigner über den Laufsteg ging, war sein Lächeln praktisch nie gefragt, denn in der High Fashion geht es immer um den ernsten Blick. Aber jetzt ist er Unternehmer und Moderator, da sieht die Sache anders aus. „Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, meine Zähne überarbeiten zu lassen. Natürlich ist dies ein Schritt, der gut überlegt sein sollte. Ich habe mich intensiv damit auseinandergesetzt, und mein Management und ich sind bei der Recherche nach den Besten der Besten unter anderem auf die Praxis im Roßbachpalais und Jan Kurtz-Hoffmann gestoßen“, erzählt Papis Loveday. Monate später half ein Zufall weiter: Bei einer Unesco- Spendengala saß der dunkelhäutige Unesco-Botschafter mit dem Zahnarzt aus dem Leipziger Musikviertel an einem Tisch. „Wir redeten lange. Er gewann mein Vertrauen, und am Ende des Abends sagte ich: „Jan, du kannst mit der Renovierung meiner Knabberleiste beginnen … Ich vertraue dir!“ Das Ergebnis der Behandlung hat seine Erwartungen total übertroffen. „Ich hatte Angst! Wird es natürlich wirken? Nun bin ich überglücklich, eine Meisterleistung.“ 

Der „Münchner des Jahres 2012“ bezeichnet sich als Weltenbürger. „Mein Zuhause ist der Planet Erde. Im Kern pendle ich zwischen meinen Wohnsitzen in Mailand, Ibiza und München. Meine Jeansmarke ist in Italien ansässig. Der Champagner kommt aus Frankreich, und der Firmenhauptsitz ist in Deutschland.“ Nach Leipzig hatten ihn seine Wege bisher noch nie geführt. „Ich wusste nur ein paar geschichtliche Hintergründe und hörte immer wieder von Freunden: Nach Leipzig musst du mal fahren. Sie hatten Recht. Eine wirklich wirklich schöne Stadt und viel cooler, als man so denkt.“ Davon konnte sich Papis Loveday überzeugen, als er mit seinem Zahnarzt durch die City schlenderte und von der Tagungslounge Katharinenstraße aus einen Blick von oben auf die Stadt warf. 

Der ehemalige Profi-Leichtathlet und 400-Meter-Läufer sagt von sich selbst, dass er mit guten Genen gesegnet sei. „Egal, wie viel ich esse, ich werde nie dick. Natürlich treibe ich aber Sport. Man findet mich vier- bis fünfmal die Woche im Fitnessstudio.“ Aufgrund eines staatlichen Sportstipendiums zog er in jungen Jahren nach Paris, dort begann er ein Studium der Informatik. Als er sich auf eine Leichtathletik-WM vorbereitete, wurde Pape Badji, so sein bürgerlicher Name, von einem Sportfotografen entdeckt. Seine Modellkarriere begann er im Jahr 2003, seine erste weltweite Werbekampagne absolvierte er für das Modeunternehmen United Colors of Benetton. Nachdem er knapp zehn Jahre später in der internationalen Modewelt alles erreicht hatte, wollte er nicht von Party zu Party tingeln. Im Stillen baute er mit seinem Team die Marke Papis Loveday auf, ganz unglamourös in einem nüchternen Büro. Dazu gehören ein eigener Champagner und eine hochklassige Jeansmarke. Letztere ist bereits in über 100 Stores quer durch Europa erhältlich. Dem Ausbau dieser Marken will Papis Loveday auch in den nächsten Jahren seine ganze Kraft widmen. Nebenher nimmt er verschiedene Medienprojekte wahr, wie die Jurytätigkeit bei „Austria’s next Topmodel“. 

Um glücklich zu sein, braucht der Enddreißiger seine engen Freunde, gutes Wetter, einen heißen Draht zur Mutter im Senegal und hin und wieder eine wilde Partynacht. Alter ist dagegen kein Thema oder gar Problem für ihn. „Die Jahre ziehen ins Land, ich werde älter, mein Kopf jedoch ist jung geblieben, sehr jung! Wer sich operieren möchte, bitteschön. Jeder ist sein eigener Boss. Wer bin ich, darüber zu urteilen? Für mich kommt eine massive Schönheitsoperation allerdings nicht in Frage.“ 

Mit dem Designer seines schönsten Lächelns, Jan Kurtz-Hoffmann, steht Papis Loveday auch weiterhin in Verbindung. Ab und zu schickt er per Facebook Grüße von seinen aktuellen Projekten – das wiederum ist Grund zum zufriedenen Lächeln für den 44-jährigen Mediziner, der in Sachsen geboren ist, in Leipzig Zahnmedizin studiert hat und die Praxis seit 2005 zusammen mit seinem Kollegen Nico Lindemann (43) betreibt. Die meisten ihrer prominenten Patienten aus diplomatischen Kreisen, Sport, Film und Fernsehen scheuen eher die Öffentlichkeit: „Manche kommen extra außerhalb der Öffnungszeiten, damit es niemand erfährt.“ Auch das macht die Leipziger Ästhetik-Praxis heute möglich, die vor zwei Jahren in den Verbund innovativer Praxen aufgenommen wurde, ein Netzwerk von nur zehn modernen und dienst- leistungsorientierten zahnärzt- lichen Großpraxen. 

Wenn Jan Kurtz-Hoffmann mal nicht in diesem prachtvollen Gebäude im Musikviertel am Behandlungsstuhl steht, ist er möglicherweise gerade als Ästhetik-Referent unterwegs, so wie dieses Jahr in Davos, Berlin oder Stuttgart. Etwas Freizeit bleibt ihm noch – die verbringt der Vater zweier erwachsener Kinder beim Triathlon oder Golfen. Und gelegentlich legt er sogar als DJ auf. 

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